Rodin und Claudel

Rodin 1840-1917. Die Skulpturen von Rodin riefen lange Zeit beim Publikum gemischte Gefühle hervor. Dieses Unverständnis seiner Arbeiten hing teilweise zusammen mit dem ursprünglichen Charakter seiner Kunst. Er fühlte sich weder zu den strengen Formeln der Romantik hingezogen noch konnte er sich für die Neutralität der Impressionisten begeistern...

Rodin 1840-1917. Die Skulpturen von Rodin riefen lange Zeit beim Publikum gemischte Gefühle hervor. Dieses Unverständnis seiner Arbeiten hing teilweise zusammen mit dem ursprünglichen Charakter seiner Kunst. Er fühlte sich weder zu den strengen Formeln der Romantik hingezogen noch konnte er sich für die Neutralität der Impressionisten begeistern. Rodins Oeuvre kennzeichnet sich durch eine unverblümte Leidenschaft für den menschlichen Körper. Er arbeitete meistens nach Modellen, da er wenig Kreativität von sich selbst erwartete, solange er kein lebendes Modell for Augen hatte. Er sagte: "In allem halte ich mich an die Gesetze der Natur, aber ich erhebe nicht den Anspruch, dass ich die Natur beherrschen kann. Meine Ambition richtet sich einzig und allein darauf, der Natur nütlich und treu zu sein". Fragen nach seinen oftmals kontroversen erotisch angehauchten Kunstwerken entgegnete er: "Die Kunst ist eigentlich nicht viel mehr als nur ein Ausdruck der Lust, die aus einem Gefühl und der Potenz zur Liebe hervorgeht". Dieses Potential setzte Rodin denn auch voll und ganz in die Tat um. Eine wahre Prozession an Geliebten zog an dem Künstlerauge vorbei. Viele Liebesabenteuer waren nur von flüchtiger Art, doch das Verhältnis mit einer Frau war für sein späteres Schaffen sehr wertvoll: Camille Claudel. Diese eigenwillige, temperamentvolle Frau, selber eine sehr talentvolle Bildhauerin, inspirierte Rodin zu seinen berühmtesten und am meisten bewunderten Werken. Das Verhältnis hatte lange Bestand, obwohl sich Camille die Eskapaden von Rodin und sein Verhältnis mit seiner treuen Gefährtin Rose Beuret wohlgefallen lassen musste. Schließlich kam es zum endgültigen Bruch zwischen ihnen, der für Camille dramatische Folgen habe sollte. Sie geriet in Isolation und litt unter Verfolgungswahn, bis sie zum Schluss, inzwischen völlig mittellos und desorientiert, von ihrer Familie gezwungen wurde, sich in einer psychiatrischen Anstalt einweisen zu lassen. Der Ruhm und das Ansehen Rodins als Künstler blieb Zeit seines Lebens steigen und am Ende konnte er zurückblicken auf ein erfolgreiches Künstlerleben. Seine Werke hatte er dem französischen Staat vermacht mit dem Gelöbnis, in seinem Namen ein Museum zu stiften. Rodin wurde mit großen Ehren begraben und die Worte, die sein Vater einmal gebraucht hatte, als Rodins Karriere nicht voran zu kommen schien, waren prophetische Worte: "Der Tag wird kommen, dass man von dir sagen wird, wie man von allen wahrlich großen Männern zu sagen pflegt: Der Künstler Auguste Rodin ist tot, aber für die Nachwelt, für die Zukunft lebt er fort".

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